Navigation

Wir essen die Welt auf

Veganer Koch Björn Moschinski hält streitbaren Vortrag am RSG

 

Gekommen war der vegane Koch Björn Moschinski mit seinem veganen Hund. Moschinski selbst lebt seit 23 Jahren vegan. Aufmerksam auf den Veganismus wurde er durch einen Artikel in der Bravo. 2001 fing er an zu kochen und 2008 eröffnete er zwei vegane Restaurants, 2010 coachte er in der Gastronomie. Seit 2015 bringt er Kochbücher heraus, mittlerweile sind es fünf.

Aber was ist überhaupt vegan? Vegan ist, wenn man auf Tierprodukte sowie Leder und Echtfell komplett verzichtet. Das Problem sei, so Moschinski, dass Massentierhaltung Dreck mache, wie zum Beispiel die Verschmutzung des Wassers. Die Massentierhaltung habe auch Nachteile für den Regenwald, denn jede Minute würden 35 Fußballfelder gerodet, dadurch verlieren wir Lebensräume für Menschen und Tiere.

„Pro Jahr werden ca. 790 Millionen Tiere in Deutschland geschlachtet, 65 Milliarden weltweit,“ gab der Koch zu bedenken. 48 Millionen männliche Tiere würden geschreddert, 54 Millionen geschlachtete Tiere landeten im Müll. „Das große Problem ist“, so Moschinski, „dass wir Menschen nicht alles essen oder es in der Kühltheke liegen bleibt, weil es keiner kauft.“ Die Altersunterschiede bei Massentierhaltung und Tieren in freier Natur spreche hier eine klare Sprache: Während ein Schwein in der Natur normalerweise 21 Jahre alt wird, werde es in der Massentierhaltung nur 4 Monate. Ein Hase wird in der Natur 10 Jahre alt und in der Massentierhaltung 3 Monate. Noch extremer sind die Zahlen beim Huhn: 20 Jahre natürliche Lebenserwartung gegen kurze 1,5 Monate in der Massentierhaltung. Kühe werden 30 Jahre alt, in der Massentierhaltung dagegen nur 10 Monate.

Fleisch sei nicht so gesund wie man denke, gibt Moschinski zu bedenken, im Gegenteil: wir seien keine Fleischfresser, unsere Körper seien zum Pflanzen essen gebaut. Von vielen tierischen Produkten kämen nur mangelhafte Vitamine. Schlechte Rohstoffqualität verursache mehr Allergien und Zivilisationskrankheiten.

Als nächstes rechnet der Veganer Moschinski mit der Milch ab. Desto mehr Milch wir trinken, desto weniger sei für die Kälber übrig. Damit wir mehr Milch bekommen, würden die Kälber den Kühen direkt nach der Geburt entrissen. Ein Vorgehen, das mittlerweile jedoch gesetzlich verboten ist. Da die Kühe und andere Tiere in sehr engen Käfigen gehalten würden, verletzten sie sich schnell, und da sie keiner verarzte, komme Eiter in die Wunde und anschließend auch in die Milch, so Moschinskis Theorie. Je mehr Milch wir trinken, desto höher sei überdies die Wahrscheinlichkeit Krebs zu bekommen. Viele Eltern behaupteten, Milch sei gut für die Knochen – das alles stimme nicht. Sie sei sogar schädlich dafür.

Bei einem Versuch, den Björn Moschinski durchführte, indem er veganes Gulasch kochte, sei herausgekommen, dass 88% der Schüler, die das Gulasch kosteten, nicht gemerkt hätten, dass es nicht aus Fleisch bestehe. Daraus zog er das Fazit, dass wir nur die Gewürze und die Verarbeitung schmeckten. Fleisch habe gar keinen Eigengeschmack.

Nach abschließender Fragerunde waren die Reaktionen der Zuhörer am RSG gespalten. Luis Ferrero Calle (8c) regte sich darüber auf, dass ein Hund nunmal Fleischfresser sei und nicht vegan gehalten werden sollte. Lilli Maier (8a) war erschreckt, als sie hörte, dass Milliarden Tiere pro Jahr geschlachtet würden und nahezu alle waren geschockt über die Ekelbestandteile in der Milch.

„Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur “, schloss Moschinski. Dieses Zitat brachte viele Schüler und Lehrer zum Nachdenken. Der vegane Koch hat erschreckende Dinge erzählt. Doch nicht nur die Autorinnen des Artikels fragten sich am Ende, ob denn alles so stimmt.