WetterOnline
Das Wetter für
Worms

Zur Website von lo-net2
Logo

Lerncoachs am RSG


Wer irgendwo im Schulgebäude ältere Schüler mit jüngeren arbeiten sieht, denkt zunächst einmal an Nachhilfeunterricht. Seit November 2013 könnte es aber auch sein, dass man einen unserer Lerncoachs erspäht hat, der gerade dabei ist, sein Coachkind und dessen Bedürfnisse besser kennenzulernen und es dann ganz individuell zu unterstützen – sei das bei der Selbstorganisation, bei der Suche nach der genau für dieses Kind passenden Technik, sich Lernstoff besser einzuprägen oder bei der Frage, wie es denn anzustellen wäre, im Unterricht besser mitzuarbeiten.


Dass die Kinder Ratschläge von Mitschülerinnen und –schülern im peer-to-peer-learning meist besser annehmen als von jedem Erwachsenen, versteht sich von selbst. Dazu kommt noch, dass es da einfach nochmal einen weiteren Menschen an der Schule gibt, zu dem sie eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen können, jemand, der keine Leistung verlangt und/oder bewertet.
Die richtige Haltung zum Coachkind und einen guten Zugang zu ihm zu finden war dann auch der Schwerpunkt des ersten von drei Ausbildungsblöcken, der im Oktober 2013 stattfand und nach dessen Absolvierung die Coachs begannen, mit „ihren Kindern“ zu arbeiten. Um eine gute Einschätzung darüber zu erlangen, wie es sich anfühlt, wenn man eine grundlegende Verhaltens-änderung anstrebt, entwickelten die zukünftigen Coachs für jeden Ausbildungsteilnehmer eine individuelle Strategie für einen Veränderungswunsch.


Zwei weitere Blöcke, die jeweils 3 Stunden am Freitagnachmittag und 5 Stunden am Samstag umfassten, lagen im Dezember 2013 und im März 2014. Hier wurden Erfahrungen und Fragen der Coachs aufgegriffen und in Kleingruppen individuelle Strategien erarbeitet. Darüber hinaus erhielten die Coachs weitere Einblicke in viele Facetten der Thematik „Individualität und Lernverhalten“ und lernten bei ihrer Sensibilisierung für eine wertfreie Wahrnehmung und Kommunikation beispiels-weise, welche Bedeutung zunächst harmlos scheinende Wörtchen wie „aber“, „eigentlich“ und „muss“ transportieren. Von solchen Erkenntnissen profitieren nicht nur die Coachkinder…


Damit all das überhaupt starten konnte, galt es zunächst, jemanden zu finden, der die Ausbildung übernehmen konnte. Ruth Eidenberg, M.A. betreut schon seit Jahren erfolgreich ein ähnliches Projekt an einem Bonner Gymnasium, arbeitet außerdem selbst als Lerncoach, Sprachlehrerin und Beraterin bei beruflicher und privater Um- und Neuorientierung und erwies sich aufgrund ihrer Erfahrung als Idealbesetzung. Die Ausbildungskosten für die ersten beiden Jahrgänge übernahmen die Wormser Soroptimisten und die ALISA-Stiftung, beiden Sponsoren sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt!


Last but not least galt es, geeignete Interessenten zu finden, die dazu bereit sind, in ihrer Freizeit die Ausbildung zu absolvieren und sich zu verpflichten, einmal wöchentlich ehrenamtlich mit ihrem (vom jeweiligen Klassenlehrer vorgeschlagenen) Coachkind zu arbeiten. Insgesamt dreizehn Schülerinnen und Schüler übernahmen im Schuljahr 13/14 diese verantwortungsvolle Aufgabe, haben  erfolgreich mit „ihren Kindern“ gearbeitet und gelernt, mit einigen Stolpersteinen klarzukommen. Einige setzen ihre Arbeit in diesem Schuljahr fort. Zehn „neue“ Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 10 und 11 durchlaufen derzeit die Ausbildung und unterstützen ihre Coachkinder. Einen riesigen Dank an euch alle, eure Arbeit bereichert unser Schulleben um einen wichtigen Teil.