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"Wir schaffen das - locker"

Bundestagsabgeordneter Jan Metzler besucht zum EU-Projekttag das Rudi-Stephan-Gymnasium

Foto (Aula)

Schulleiter Dr. Burkard Keilmann (links) und MdB Jan Metzler (Mitte) mit Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen des Rudi-Stephan-Gymnasiums am EU-Projekttag

„Rheinhesse – Deutscher – Europäer“. So lautete der Metzlersche Dreischritt, den dieser durchaus steigernd verstanden wissen wollte und auf Fragen der 10. Klassen des Rudi-Stephan-Gymnasiums am EU-Projekttag der Bundesregierung in der Aula des BIZ erläuterte.
Seit 2007 gibt es den EU-Projekttag an deutschen Schulen. Deutschland hatte damals die EU-Ratspräsidentschaft inne und Bundeskanzlerin Angela Merkel initiierte den Tag, um junge Menschen für die Europäische Union zu interessieren. Seitdem besuchen Politikerinnen und Politiker bundesweit Schulen im Mai – von der Kanzlerin und Bundesministern bis hin zu Landes- oder Europa-Parlamentariern. Und so traf es sich gut, dass der Besuch zum EU-Projekttag mit der Ernennung des RSG zur Europaschule, gemeinsam mit dem ELO wenige Tage zuvor zusammenfiel.
Als das Mitglied des Bundestags zu Beginn der Doppelstunde die Schülerinnen und Schüler fragte, wer denn von den hier Anwesenden Europa gut finde, war es damit nicht wenig überraschend, als ihm ein Heer von Fingern signalisierte: „Europa, finden wir super!“  Erstaunt war der Abgeordnete dann aber doch, als dieselbe Fingerzahl auch für die Zustimmung zur Europäischen Union in die Höhe schnellte. „Das sieht man in dieser überwiegenden Mehrheit nicht so oft in Schulen“, bekundete Metzler und stellte sich nach einigen einleitenden Gedanken zum großen Friedensprojekt Europa den Fragen der Jungeuropäer.
Und hierbei ging es dann durchaus zur Sache. Denn schnell kam man von den Bekenntnissen zum großen europäischen Projekt in die Niederungen des Klein-Klein europäischer Tagespolitik. Debattiert wurde über die europäischen Nachbarn, die sich zur Zeit aus dem gemeinsamen Projekt verabschieden, über fiskalische Probleme, was die Haushaltspolitik einzelner EU-Partner angeht, hin zum neuen Vorschlag des französischen Präsidenten Macron zu einer engeren Verzahnung der Union. Und neben klaren Bekenntnissen zum europäischen Projekt gab der Abgeordnete durchaus interessante und pikante Informationen preis. So sei man kurz vor der Brexit-Abstimmung als parlamentarische Delegation des Bundestags nach London gereist, um die Lage vor Ort zu erkunden. „Alle waren sich dort sicher, dass man die Abstimmung pro Europa mit mindestens 70 Prozent gewinnt.“ Wie es gekommen sei, wisse man. „Und alle, die den Volksentscheid losgetreten haben, haben sich am Ende aus dem Staub gemacht.“ Ob dies der die Lage verkennende David Cameron gewesen sei oder der Brandstifter Nigel Farrage. Damit erteilte Metzler auch dem Vorschlag  eines Schülers nach mehr direkter Demokratie in der EU eine Absage mit dem ernüchterten Hinweis, die Briten hätten am Tage nach dem Brexit erst richtig angefangen sich mit dem Thema zu beschäftigen, was die Click-Zahlen bei google deutlich belegten.
Auch auf Macrons Vertiefungsvorschlag der Union ging Metzler ein und zur Überraschung nicht weniger sieht er die französische Initiative eher mit Wolfgang Schäubles Augen als mit denen seiner Kanzlerin. Die Nachfrage, ob er sich ein Europa der zwei Geschwindigkeiten vorstellen könne, bejahte Metzler ausdrücklich, um dann aber ganz deutlich wieder auf die merkelschen Tugenden der schwäbischen Hausfrau zu verweisen und mit der Vertiefung von Militär-, Steuer- oder Finanzpolitik klarere Regeln und Haushaltsdisziplin einforderte.
Die letzten Fragen der europäischen Doppelstunde drehten sich dann um das Schlagwort Digitalisierung. Mit Blick auf sein Smartphone beschied der Abgeordnete den Schülern, dass es nicht sein könne, dass die Regeln der Informationsgesellschaft in amerikanischen Unternehmen oder autokratischen Staaten wie China gemacht würden. „Hierfür brauchen wir Europa!“ sprach er den Schülerinnen und Schülern des Rudi aus dem Herzen. „Die Sache mit der Migration, das schaffen wir locker“, so Metzler zum Abschluss seiner Diskussion mit den Zehntklässlern. Aber demokratische Standards bei Internet- und Datensicherheit zu setzen, dafür sei die Europäische Union unverzichtbar.