Alle wollen wieder hin

Rudi-Stephan-Gymnasium erstmals auf USA-Austausch mit Partnerschule in Pennsylvania

Rudi-Stephan-Gymnasium erstmals auf USA-Austausch mit Partnerschule in Pennsylvania

Mögen die deutsch-amerikanischen Beziehungen auf der politischen Bühne zur Zeit nicht die allerbesten sein, so sind es vielmehr die vielen persönlichen Bindungen zwischen den beiden Nationen, die das transatlantische Verhältnis auf dieser Ebene so unverbrüchlich machen. Dass hierzu seit diesem Jahr auch das Rudi-Stephan-Gymnasium seinen Beitrag leistet, liege „an einem außergewöhnlichen Glücksfall“, so Schulleiter Dr. Burkard Keilmann, der den ersten Austausch seines Gymnasiums zur Partnerschule in die USA persönlich begleitete. „Es ist sensationell, dass wir nach langer Suche die Garden-Spot-Highschool in New Holland als Partnerschule gewinnen konnten“, so Keilmann weiter. Die Besonderheit liege darin, dass die Schüler der dortigen Highschool Deutsch als verpflichtende Fremdsprache belegt haben und ein Austausch mit einem deutschen Gymnasium auch für sie Sinn mache. „Von denen gibt es nicht so viele“, weswegen sich die Suche in all den Jahren mehr als schwierig gestaltete, so der Schulleiter des RSG.

Kurz nachdem bereits fünf Rudis von insgesamt 10 Schülern der Chinesisch-AG, die in Kooperation zwischen den Wormser Gymnasien stattfindet, den weiten Weg ins Land der Morgenröte antraten (WZ berichtete), begaben sich nun auch erstmals 20 Schüler des Rudi über den großen Teich gen Westen. Dort verbrachten sie die erste Woche in Pennsylvania bei den Familien ihrer Austauschpartner, die jene bereits im Sommer 2017 in Deutschland besucht hatten. Für die Schüler ergab sich damit nicht nur die Möglichkeit, den Alltag einer amerikanischen Familie mitzuerleben, sondern auch am Highschoolleben teilzuhaben, das deutlich anders als in Worms abläuft. Es beginnt schon mit dem früheren ersten Klingeln um 7:30 Uhr und 80-Minuten-Einheiten, wodurch die Fächervielfalt pro Tag viel begrenzter ist. „Gleichzeitig haben unsere Partnerschüler für einen längeren Zeitraum jeden Tag immer dieselben Fächer“, gibt Sarah Hörcher (MSS 11) zu bedenken, Teilnehmerin des Austauschs, „da gibt es bei uns deutlich mehr Abwechslung. Trotzdem waren es für uns zwei unheimlich tolle Wochen.“

Als gesamte Gruppe unternahmen die Wormser verschiedene Ausflüge. Nicht die einzige Besonderheit darunter: das Abendessen bei einer Amish-Familie. Auf einer Farm kochte diese wie zu Urgroßmutters Zeiten und auch das vorzügliche, nicht gerade leichte Essen, das an langen Tafeln serviert wurde, an denen Amerikaner und Deutsche in bunt gemischter Reihe dinierten, trug Omas Handschrift. Während der Ausflüge ins nahe Philadelphia und nach Valley Forge lernten die Jugendlichen viel über die amerikanische Geschichte. Der letzte Abend bei ihren Austauschschülern wurde durch ein American-Football-Spiel abgerundet, bei dem die gesamte Schule mitwirkte. Im Stadion der Garden-Spot-High fuhren die Marching-Bands der Kontrahenten auf, die deutsche Entsprechung des Schulorchsters trifft die choreografierten Vorführungen nur unzureichend, enthusiastisch begleitet von der jeweiligen Gruppe der Cheerleader.

Nach tränenreichem Abschied von ihren amerikanischen Freunden brachen die Rudis gespannt in die zweite Woche nach Washington D.C., zu Capitol, Weißem Haus und Air-and-Space-Museum auf. Letztes Highlight der zwei Wochen war danach der Aufenthalt in New York City, mit dem atemberaubenden Blick vom Empire-State-Building bei Nacht, Times Square, dem Centralpark und der Fahrt mit der Fähre vorbei an der Freiheitsstatue. Clara Leidemer, Austauschschülerin der MSS 11 des Rudi, ist sich mit allen Beteiligten einig: „Alle wollen zurück. Obwohl wir beim nächsten Austausch (leider) schon unser Abi haben werden.“ Für Barbara Blüm, begleitende Englischlehrerin am RSG, eine klare Sache: „Die Planungen für den nächsten Austausch in zwei Jahren laufen bereits auf vollen Touren.“