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Tragische Verbindung zum KZ Osthofen

RSG unterzeichnet Kooperationsvertrag mit der Gedenkstätte Osthofen und eröffnet die Ausstellung Jüdische Lebenswelten in Deutschland heute

Rudi-Stephan-Gymnasium unterzeichnet Kooperationsvertrag mit der Gedenkstätte Osthofen und eröffnet die Ausstellung Jüdische Lebenswelten in Deutschland heute

„Ein armer Kerl war das“, so Schulleiter Dr. Burkard Keilmann über den SS-Mann Karl d‘Angelo. Dieser SS-Mann, von 1933 bis 1934 Leiter des Konzentrationslagers Osthofen, genoss eine Zeit lang die Bildung des altsprachlichen Gymnasiums, ohne es dort allerdings zur Reifeprüfung zu bringen. „Er stammte aus Osthofen und sein Lehrer habe sich offensichtlich für ihn eingesetzt, damit er auf unsere Schule gehen konnte und in Worms Kost und Logis erhielt“, erläutert der Schulleiter zur Eröffnung der Ausstellung Jüdische Lebenswelten in Deutschland heute am RSG. Die wurde gleichsam zum Anlass genommen, den Kooperationsvertrag mit der Gedenkstätte Osthofen zu unterzeichnen, worauf das altsprachliche Rudi als erste Wormser Schule sehr stolz ist: „Osthofen ist uns nicht nur wegen der tragischen Verbindung über Karl d‘ Angelo nah“, beteuert Keilmann, „unsere Schüler werden dort die Möglichkeit erhalten, Geschichte als Erfahrungsort kennenzulernen und in Facharbeiten oder besonderen Lernleistungen für‘s Abitur zu forschen.“
Uwe Bader bestätigte den Schulleiter des RSG: „Die Archive sind gut erschlossen und wir stehen mit Rat und Tat zur Seite“ meinte der von der Kooperation ebenfalls hocherfreute Gedenkstättenleiter in Osthofen, der gemeinsam mit seinen pädagogischen Mitarbeiterinnen Martina Ruppert-Kelly und Ramona Dehoff zur feierlichen Unterzeichnung der Zusammenarbeit ins Foyer der Aula des Rudi angereist war. Diese hatten zusammen mit den Kollegen für Geschichte am RSG – Jürgen Pfitzner und Thomas Dillmann – die Zusammenarbeit maßgeblich vorbereitet. „Wir haben den Vertrag an unsere individuellen Schulbedürfnisse angepasst“, so Pfitzner, „unsere zehnten Klassen gehen bereits jedes Jahr zum Planspiel in den Rheinland-Pfälzischen Landtag und in der neunten und zehnten Klasse macht da ein Besuch der benachbarten Gedenkstätte mit Blick auf die Demokratieerziehung einfach Sinn.“ Waltraud Werner, Erste Vorsitzende des Fördervereins der Gedenkstätte, pflichtete Pfitzner bei und erinnerte an die aktuelle Zunahme von Rechtspopulismus und Antisemitismus in Deutschland und anderen europäischen Nachbarstaaten. Die Wanderausstellung Jüdische Lebenswelten in Deutschland heute, die bis 7. Dezember im Foyer des Rudi-Stephan-Gymnasiums gezeigt wird, möchte auch hier einen Mosaikstein zur Demokratieerziehung beitragen. Nicht zuletzt ist man am Rudi stolz darauf, Modellschule für Demokratie und Partizipation in Rheinland-Pfalz zu sein, diese haben sich auf die Fahne geschrieben, eine demokratische Lern- und Schulkultur zu entwickeln.
„Wer weiß?“ fragte sich Rektor Dr. Burkhard Keilmann, „aber bestimmt hätten Karl d‘ Angelo noch ein paar weitere Jahre an unserer Anstalt gut getan.“ Ob er dann nicht ins nationalsozialistische Lager abgedriftet wäre, steht dahin, „aber Bildung ist das beste Gegengift gegen Populismus und Antisemitismus“ ist sich Keilmann sicher. „Bei dem jungen Schüler d‘ Angelo war dann irgendwann das Geld leer, zunächst fuhr er noch täglich mit dem Zug nach Worms, bevor dann in unseren Akten anhand einer unscheinbaren Notiz sein Ausscheiden nachvollzogen werden kann.“ Historische Forschung an Quellen gegen das Vergessen. Die Kooperation des RSG mit der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Osthofen möchte gerade dies ausdrücklich ermöglichen.