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„Verwandlung der Welt“

12er Deutsch-Lk‘s besuchen Goetheausstellung in Bonner Bundeskunsthalle

Bildunterschrift: Bonner Rutsche mit Wormser Schülerinnen und Schülern und zwei Kursleitern

Eigentlich gebe es keinen besonderen Grund, weshalb es in diesem Jahr eine Goetheausstellung gebe, so die Führerin zu den Wormser Oberstufenschülerinnen und -schülern. Nun ja, dass der Alte am 28. August bereits seinen 270. Geburtstag feiere – geschenkt. Es sei nur so, dass es die letzte große Goethe-Gesamtschau vor bereits 20 Jahren gegeben habe, also zu seinem 250sten, und da müsse man sich, nach so langer Zeit, eben doch mal wieder versichern, ob sich angesichts der Zeitläufte ein anderer Blick auf den Genius ergebe.

Ob er sich ergab? Die Unterprimanerinnen und -primaner können es aus eigener Erfahrung kaum sagen; sind doch die Allerwenigsten von ihnen zu Goethes Vierteljahrtausendfeier schon geboren gewesen. Doch die Sache mit dem anderen Blick klappte von Beginn an ganz gut. Denn die Ausstellung begann quasi mit dem „Sidekick“ zur Ausstellung in ‚Goethes Gärten‘ auf dem Dach der Bundeskunsthalle, wo sich die beiden Kurse bei Kaffee, Kuchen oder Plunderteilchen nach der Busfahrt stärkten oder die Wagemutigsten von ihnen sich sogleich wieder vom Dach stürzten. Sturm und Drang? Wie man‘s nimmt. Brauseköpfig nahm man zwar den schnellen Weg, der jedoch führte über die Windungen der auf dem Dach des Museums installierten Wendelrutsche; die Berührung mit dem ersten Kunstwerk des Tages.

Unten angekommen ging es aufgeteilt in zwei Führungen durch die Ausstellung; vom frühen Goethe zum alten – einmal im Rundumschlag. Doch die 90 Minuten führten die Eleven durch mehr als alte Gemälde oder Werkausgaben: Unerhörter Auftakt war da das Original der Pistole, mit dem sich der Werther erschoss! Echt! Beziehungsweise war dies eine derjenigen, welche Goethes Freund Kestner besaß und die der ja vielleicht dem unglückseligen Karl Wilhelm Jerusalem für dessen Freitod geliehen hatte. Ja, gut, das sind viele Wenn und Abers. Aber man ist schon nah dran, wenn man die Pistole aus Kestners Besitz erblickt (ob sie der alte Goethe wohl auch einmal in der Hand hatte?) – und wie klein die ist!
Den Rest der Runde im Überblick: Farbenlehre mit Prismen und William Turners „Abend der Sintflut“ als Leihgabe aus Washingtons National Gallery, Italienreise mit riesenhafter Tischbein-Kopie, Napoleon, Revolution und deren Nachwirkungen mit Schiller, Klassik mit Möbeln aus Weimar, Wilhelm Meister mit Mignon, nicht zuletzt: Divan, Faust und Lebendmaske – der ganze Goethe also.

„Der Abschied, wie bedrängt, wie trübe!“ – denn erstens blieb nicht mehr viel Zeit bis zur Rückfahrt nach Worms und zweitens fing es zu regnen an. Ein Grund zu sehen „mit nassem Blick“? I wo! Die Anspannung des Rundgangs fiel von uns ab mit der Schwerkraft: Denn schließlich gab es da ja noch diese Rutsche. Der Mensch ist halt nur da ganz Mensch, wo er spielt. Ist jetzt nicht von Goethe, sondern von Schiller. Aber auch nicht schlecht.